Über mich

Das künstlerische Werk von Gabriele Kurzbauer bewegt sich zwischen Bild und
Skulptur. Ihre Arbeiten entfalten ihre Wirkung im genauen Hinsehen und im
Nachvollziehen von Oberfläche, Licht und Struktur. Sie fordern Aufmerksamkeit
ohne laut zu sein und entwickeln gerade daraus ihre nachhaltige Präsenz.
Die Künstlerin arbeitet mit einem Baumwollstoff, der in eine Kleber-Leim-Mischung
getaucht und im nassen Zustand verarbeitet wird. Auf Leinwand oder Holz
aufgebracht, wird das Material modelliert und bleibt formbar. Erst während des
Trocknens verfestigt sich die Struktur und nimmt ihre endgültige Form an.

Aus diesem Vorgehen entwickelt sich eine skulpturale Formensprache, die den
Bildträger aus seiner Zweidimensionalität löst. Schichtungen, Ausformungen und
feine Verschiebungen erzeugen reliefartige Oberflächen, die in den Raum
hineinragen. Die dadurch entstehenden Schatten heben Details hervor und lassen
andere Oberflächen zurücktreten. Je nach Lichteinfall und Standpunkt verändern
sich die Werke somit in ihrer Erscheinung.


Die ausgestrahlte Ruhe der Arbeiten entsteht aus der Klarheit der Setzungen. In
dieser Ästhetik liegt eine stille Dynamik: Serielle Elemente und reduzierte Formen
kehren wieder, werden variiert oder verschoben.
Die Wiederholungen erzeugen einen Rhythmus, der den Blick führt, ohne ihn
festzulegen. Kleine Abweichungen halten die Struktur lebendig, während Material
und Bearbeitung sichtbar bleiben und die Spuren des Prozesses die Wirkung
unterstreichen.


Ein weiterer Werkkomplex der Künstlerin sind ihre fotografischen Collagen. Die
Bilder zeigen Naturspiegelungen, die von ihr weiterbearbeitet und bemalt werden.
Durch diesen Eingriff verändern sich Farbigkeit und Stimmung der Motive. In der
Collage greifen mehrere Bildebenen ineinander, verschieben sich oder werden durch
transparente Schichten miteinander verbunden. Realität und Spiegelung, Eingriff und
Abbild lassen sich nicht mehr eindeutig voneinander trennen. Dadurch entstehen
Bildräume, die mit Wahrnehmung und Illusion spielen.

BIOGRAFIE

Studium der Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und der Malerei bei Prof. Constantinescu in Bukarest, Rumänien (1980–1985).

Von 1986 bis 1989 in Athen, Griechenland, wo die vorwiegend verwendete Collagetechnik entwickelt wurde.